Brandauer interpretiert Shakespeare beim Schumann Fest in Düsseldorf

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Düsseldorf gilt als „die“ Schumann-Stadt. Nicht nur, weil dort das Zentrum der Schumann-Forschung zu finden ist. Drei Jahre dirigierte er die Düsseldorfer Symphoniker. Schumann und seine Frau, die Pianistin Clara Schumann, waren das Glamourpaar ihrer Zeit.

1979 gründete sich in der Landeshauptstadt die Robert Schumann Gesellschaft, die 1981 das erste Fest zu seinen Ehren veranstaltete. 2014 wird es zum 12. Mal internationale Gäste wie Hilary Hahn, David Garrett und Klaus Maria Brandauer an den Rhein locken. Letzterer will Shakespeare interpretieren. Nicht sein erster Besuch in Düsseldorf. Dort wurde auch einer der Grundsteine für seine internationale Karriere gelegt. Eine Zeit, an die er sich gern erinnert.

„Wenn ich etwas sein will, dann dramatisch. Die Melodramatik ist doch nur der Zuckerguss.“ Seine Worte mit großer Geste und lauter Stimme unterstreichend, spielt Klaus Maria Brandauer auf das an, was ihn als Schauspieler immer wieder antreibt sich intensiv mit Texten auseinanderzusetzen. Für das am 16. Mai startende Schumann Fest hat er sich Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ vorgenommen, den der 70-jährige am 24. Mai zusammen mit dem Pianisten-Duo Andreas Grau und Götz Schumacher in der Tonhalle interpretieren wird. Als eine Hommage an den Dichter, dessen 450. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Es ist schon die zweite Zusammenarbeit mit dem Schumann Fest. „Wenn ich die Chance bekomme, zur Musik zu sprechen, bin ich immer dabei“, bringt er seine erneute Zusage auf den Punkt.

Mit Düsseldorf verbindet Brandauer auch Erinnerungen an seine Anfänge als Schauspieler, die ihn auf den Weg zu einer internationalen Theater- und Filmkarriere (u. a. als James Bond-Bösewicht oder an der Seite von Meryl Streep in „Jenseits von Afrika) brachte. „Ich kam gerade aus Wien mit seinen alten Bauten und da stand ich plötzlich in der Jahnstraße vor so einem hässlichen Klotz und wollte den Intendanten treffen, nur um gleich berichtigt zu werden, dass es General-Intendant heißt“, erinnert er sich schmunzelnd. Der habe ihm dann in seiner Wohnung die Julia vorgespielt, in deren Wohnzimmer eine kleine Bühne aufgebaut gewesen sei. „Ich war froh, dass ich am Schauspielhaus spielen durfte“, resümiert der Österreicher, der zeitweise an der Brehmstraße, gegenüber dem alten Eisstadion, wohnte.

Mit Campino inszenierte 2006 die „Dreigroschenoper“. „In Berlin“, wie er lachend zugibt. „Aber wer weiß, vielleicht wiederholen wir das ja auch noch mal in Düsseldorf in der Tonhalle.“

Klaus Maria Brandauer ist nur eines der Highlights des diesjährigen Schumann Fest Programms. Der Vorverkauf für die 30 Veranstaltungen mit Gästen wie der Hilary Hahn, Vesselina Kasarova oder David Garrett ist gestartet. Rund 900.000 Euro Budget hatte Intendant Michael Becker für die Gestaltung zur Verfügung. Zwar kam der Großteil von institutionellen Unterstützern wie der Stadt Düsseldorf. Doch auch private Spender haben sich diesmal in großer Zahl an der Finanzierung beteiligt. Die Kunststiftung NRW investierte rund eine halbe Million Euro und zeichnet mitverantwortlich für die Klavierreihe „Antasten“ sowie die Klang- und Lichtinstallation „Lucid Dreams“ im Nachtwald des Benrather Schlossparks. Schließlich steht das Schumann Fest unter dem diesjährigen Motto „romantisier dich“ und „was gibt es romantischeres als den Wald und die Natur“ stellt Klaus Maria Brandauer fest. Genau da tummeln sich ja auch die Figuren aus Shakespeares „Sommernachtstraum“, die Brandauer allesamt auf seine kraftvolle Art mit Leben füllen wird.

Das Schumann Fest läuft vom 16. Mai bis 2. Juni an verschiedensten Veranstaltungsorten im Düsseldorfer Stadtgebiet. Tickets sind telefonisch über die Tonhalle: unter 02 11/39 02 01 93 oder über die Webseite: www.schumannfest.de erhältlich.

Claudia Hötzendorfer

© Claudia Hötzendorfer 2014 – Silent Tongue Productions

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