Filmkritik: Am Anfang war das Licht

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In „Am Anfang war das Licht“ untersucht Dokumentarfilmer P. A. Straubiger das Phänomen „Lichtnahrung“, das seit vielen Jahren vor allem durch die Esoterik-Szene geistert. Es soll Menschen geben und offensichtlich schon seit Jahrtausenden gegeben haben, die weder essen noch trinken.

Der Film nähert sich diesem fast schon ungeheuerlichen Angriff auf unser naturwissenschaftlich aufgeklärtes Weltbild aus der Sicht des modernen Menschen – auf der Basis von Erlebnisberichten, Interviews und wissenschaftlich protokollierten Laborexperimenten.

Straubinger begibt sich auf eine ebenso spannende wie verblüffende Fährtensuche rund um den Globus, die neueste Erklärungsmodelle aus der Quantenphysik genauso mit einschließt, wie das Wissen östlich-spiritueller Traditionen Indiens und Chinas.

Straubinger überzeugt dabei durch seine fundierte Recherche zum Thema und gibt schlussendlich zu, dass er trotzdem auf viele seiner Fragen keine Antworten bekommen hat. Einige seiner Gesprächspartner wirken durchaus glaubwürdig, andere weniger. Beispielsweise wurde ein 80-jähriger indischer Yogi medizinisch untersucht, der seit seinem 7. Lebensjahr ohne Wasser und Nahrung ausgekommen sein soll. 10 Tage lang stand er 2003 ohne Nahrung und Flüssigkeit unter stationärer Beobachtung. Nicht weniger als 21 Ärzte werteten die Videoaufzeichnungen und Laborwerte aus. Der radiologische Befund zeigte, dass sich zwar Urin in der Blase des Yogi bildete, jedoch sofort wieder von seinem Körper reabsorbiert wurde. Die Mediziner haben dafür keine Erklärung.

Die Australierin Jasmuheen wurde durch ihre Bücher und Seminare zum Thema „Lichtnahrung“ weltbekannt. Sie behauptet, jeder könne nachdem er einen 21 Tage dauernden von ihr angeleiteten Prozess durchläuft, zukünftig gänzlich auf feste Nahrung und Flüssigkeit verzichten. Mehrere Todesfälle werden mit ihrer Methode in Zusammenhang gebracht. Die Australierin verteidigt sich mit der Behauptung, die Personen seien nicht deshalb gestorben, weil sie nichts aßen, sondern weil sie den Anweisungen in ihren Büchern nicht gefolgt seien.

Sie selbst stellte sich einer von der australischen TV-Show 60 Minutes initiierten Untersuchung, um den Wahrheitsgehalt ihrer Methodik zu beweisen. Nach vier Tagen brachen die beobachtenden Ärzte das Experiment wegen des lebensbedrohlichen Zustandes Jasmuheens ab. Weiten Untersuchungen stimmte sie nicht mehr zu.

httpv://www.youtube.com/watch?v=lexOGSOfTV4&feature=related

Dem Zuschauer bleibt die Wertung überlassen, ob er nun an die Aussagen derjenigen glauben möchte, die behaupten seit Jahren ohne feste Nahrung und Flüssigkeit überlebt zu haben oder nicht.

Am Anfang war das Licht

  • Verleih: Allegro Film
  • Start: 28. Oktober 2010
  • Länge: 90 Min.
  • Regie: P. A. Straubinger
  • Mitwirkende: Jasmuheen, Dr. Rüdiger Dahlke, Mataji Prahlad Jani u. a.

Claudia Hötzendorfer

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