Filmkritik: Das Ende ist mein Anfang

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Der Autor und Journalist Tiziano Terzani bittet am Ende seines ereignisreichen Lebens, das ihn u. a. als Korrespondent des Spiegel-Magazins viele Jahre nach Südostasien führte, seinen Sohn Folco zu sich. Denn er möchte mit ihm gemeinsam zurückblicken, sich an politische Ereignisse und persönliche Erlebnisse erinnern. Terzani möchte auch von seinen spirituellen Erfahrungen der letzten Jahre erzählen und wie er sich auf den Tod als „letztes großes Abenteuer“ vorbereitet.

 

Nach Tizianos Tod 2004 gibt sein Sohn die Aufzeichnungen dieser Gespräche als Buch heraus. Nun hat Jo Baier mit Bruno Ganz in der Hauptrolle, diese letzte Phase in Terzanis Leben teils an Originalschauplätzen verfilmt.

Herausgekommen ist ein einfühlsames Portrait Tiziano Terzanis, der gemeinsam mit seinem Sohn Rückschau hält, beginnend mit seiner Kindheit in Florenz, über seine Zeit als Auslandkorrespondent bis hin zu seinem Abschied vom Journalismus aufgrund seiner Krebserkrankung. Woraufhin er eine Reise zu sich selbst unternimmt, indem er sich für drei Jahre in ein Kloster in die Einsamkeit des Himalaya zurückzieht.

httpv://www.youtube.com/watch?v=rs6jDWDohZA

In den Gesprächen zwischen Vater und Sohn lösen sich auch alte Konflikte auf, die sie beide so lange mit sich herumgetragen haben. Der Film ist als Kammerspiel inszeniert und kommt ohne visuelle Rückblenden aus. Was nicht weiter stört, denn Bruno Ganz schafft es im Zuschauer innere Bilder zu projizieren.

Wer noch mehr über Tiziano Terzani erfahren möchte, dem seien seine zahlreichen Bücher empfohlen, sowie die Aufzeichnungen, die Grundlage des Spielfilms waren.

Claudia Hötzendorfer

Das Ende ist mein Anfang

  • Verleih: Universum Film
  • Start: 7. Oktober
  • Länge: 98 Min.
  • Regie: Jo Baier
  • Darsteller: Bruno Ganz, Elio Germano, Erika Pluhar, Andrea Osvárt
  • Buchvorlage: Tiziano Terzani – Das Ende ist mein Anfang (Goldmann 2010, 410 S., € 9,95)

Weitere Leseempfehlungen

  • Tiziano Terzani – Noch eine Runde auf dem Karussell – vom Leben und Sterben (Knaur 2007, 731 S., 12,95 Euro)
  • Fliegen ohne Flügel – eine Reise zu Asiens Mysterien (Knaur 1998, 478 S., 9,95 Euro)

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