Filmkritik: Noah

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Mit „Noah“ kommt heute die erste von fünf Hollywood-Produktionen mit Bibelthemen ins Kino. Leider enttäuscht Darren Aronofskys Version des Arche-Bauers.

Bereits im Vorfeld wurde Darren Aronofskys („Black Swan“, „The Wrestler“) Verfilmung „Noah“ kontrovers diskutiert und wie sich zeigt, nicht zu Unrecht. Zunächst einmal wird jeder, der eine klassische Bibel-Verfilmung im Stil monumentaler Werke, wie „Die zehn Gebote“ oder aufwendiger TV-Produktionen wie „Die Bibel“ erwartet hat, sich erstaunt die Augen reiben.

Arnonofskys Noah (Russell Crowe) trägt weder Sandalen noch Gewand, dafür Kleidung, wie man sie wohl im Mittelalter verorten würde. Die Landschaft wirkt, als hätte die Apokalypse bereits stattgefunden und erinnert eher an die Science Fiction Version eines unbewohnten Planeten mit dinosaurierähnlichen Tieren. Die Menschen, auf die Noah und seine Familie treffen, sind beinah durchweg gewalttätig. Was dem Regisseur reichlich Gelegenheit für Actionszenen gibt, die er, wie überhaupt fast den ganzen Film, mit einem zu viel an Bombast-Soundtrack übergießt. Da drängt sich schon mal die ketzerische Frage auf, warum der Herr seine Schöpfung nicht einfach sich selbst überlässt, da sie ja schon auf dem besten Weg zur Selbstvernichtung ist.

Offenbar fehlt dem Allmächtigen dazu die Geduld. In Visionen sieht Noah das Ende der Welt nahen und nimmt den himmlischen Auftrag an, für alles was da so kräucht, fleucht und fliegt eine Arche zu bauen. Dafür lässt Gott flugs einen Wald erstehen, der das Holz dafür liefern soll. Noah darf sich selbst und seine Familie ebenfalls retten. Der mordende Mob freilich ist nicht eingeladen, will aber unbedingt mit ins Boot. Was Noah zu verhindern versucht.

Kaum ist die Gefahr gebannt und die Sippe gut in der Arche verstaut, bahnt sich neuer Ärger an. Denn Nohas Söhne proben den Aufstand.

Von Bibelfestigkeit ist dieser Film meilenweit entfernt. Aronofskys Noah hält einen Plausch mit Methusalem (Sir Anthony Hopkins) und soll wie eigentlich Abraham das Kind seines Erstgeborenen opfern. Übrigens nur, wenn es ein Mädchen ist! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wenn Noah seinem Nachwuchs die Geschichte von der Entstehung der Welt, wie sie im Alten Testament beschrieben wird, erzählt, untermalt Aronofsky dies mit der darwinistischen Evolutionslehre, was durchaus seinen visuellen und künstlerischen Reiz hat.

Völlig überflüssig ist allerdings die 3D-Version, deren Effekte kaum ins Gewicht fallen.

Fazit: Als Fantasy-Action-Abenteuer mag der Film sicher sein Publikum finden. Als Interpretation eines biblischen Stoffes mit modernen Mitteln des Kinos funktioniert „Noah“ nur bedingt und enttäuscht.

Noah – 3D

  • Verleih: Paramount
  • Start: 3. April 2014
  • Länge: 139 Min.
  • Regie: Darren Aronofsky
  • Darsteller: Russell Crowe, Sir Anthony Hopkins, Jennifer Connelly, Emma Watson u. a.

Weitere Infos und Trailer: http://www.noah-derfilm.de

Claudia Hötzendorfer 

© Claudia Hötzendorfer 2014 – Silent Tongue Productions

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