Gallerie Benhadj & Djilali zeigt: Prince – The 1994 Monaco Sitting

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Mitte der 1990er Jahre bekam der Fotograf Alfred Steffen die Chance, für eine Fotostrecke im Magazin Max Prince zu portraitieren. Nun zeigt die Berliner Galerie Benhadj & Djilali bis 20. September eine Auswahl der in Monaco entstandenen Aufnahmen des Künstlers, der im April dieses Jahres verstorben ist.

Prince hat über die Jahrzehnte seiner Karriere immer wieder seinen Look verändert. Foto: Warner Bros

Prince hat über die Jahrzehnte seiner Karriere immer wieder seinen Look verändert. Foto: Warner Bros

Prince hatte es drauf, da sind sich Kritiker wie Fans weltweit einig. Als Musiker, Tänzer, Entertainer. Nur wenige Künstler sind so wandelbar und innovativ, wie es Prince in seiner über vier Jahrzehnte währenden Karriere war. Das spiegelte sich auch in seinen Looks wider. Immer wieder änderte er seine Frisuren und Stile.

1994 befand der Musiker sich in einer Phase, in der er sich mit seiner Plattenfirma Warner überworfen hatte und aus Protest gegen die – aus seiner Sicht – Selbstbedienungsmentalität einerseits und den künstlerischen Einschränkungen durch die Musikindustrie andererseits – nicht mehr unter seinem Namen Prince firmierte, sondern unter einem androgynen Symbol.

Androgyn war auch das erste Wort, das Alfred Steffen in den Sinn kam, wenn er an den Musiker aus Minneapolis dachte. Deshalb hielt sich seine Begeisterung auch in Grenzen, als er den Auftrag bekam, 1994 nach Monaco zu reisen, um Prince zu fotografieren. Er glaubte, es würde ihn als Fotografen eher langweilen, Prince zu portraitieren. Da lag er gehörig falsch.

13 Filme verschossen

Steffen hatte Erfahrung mit Prominenten. Vor seiner Linse standen schon Roman Polanski, James Cameron, Douglas Coupland oder Willy Brandt und nun also Prince.

Die Session sollte im Hotel de Paris in Monaco stattfinden. Allein, Prince ließ sich nicht blicken. Steffen und sein schreibender Kollege Max-Chefredakteur Uwe Killing, mussten sich in Geduld üben. Nach Tagen signalisierte das Prince-Lager ein „Go“. Allerdings nur für Alfred Steffen und der fand sich alsbald in einem leeren Hotelzimmer wieder. Eine halbe Stunde dürfte er dann Prince im blau-schwarz-gestreifenten Bolerojäckchen, blauer Hose und Goldkette ablichten. 13 Filme mit 117 Aufnahmen (davon 43 in Schwarz-Weiß) verschoss der Fotograf und war begeistert von seinem Motiv, der mit spielerischer Leichtigkeit für ihn poste. In der Max wurde nur eine Hand voll, der an diesen Tag entstandenen Bilder, veröffentlicht.

Für die Ausstellung hat Steffen die unveröffentlichten Aufnahmen gesichtet und die Highlights herausgepickt. Nicht nur für Fans interessant.

Claudia Hötzendorfer

 

Prince – The 1994 Monaco Sitting

Fotografiert von Alfred Steffen

Ausstellung: 20. August – 20. September 2016

Gallerie Benhadj & Djilali

Torstr. 170

10115 Berlin

http://benhadjdjilali.de/ausstellung.html

 

© by Claudia Hötzendorfer 2016 – Silent Tongue Productions

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