Interview: Lisa Simone – „Ich musste erst innerlich heilen, um wieder Lisa Simone zu sein“

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Als Tochter der berühmten Jazz-Sängerin Nina Simone hatte sie es nie leicht. Mit 17 verpflichtete sich Lisa Simone bei der US-Air Force, was das ohnehin schwierige Verhältnis zur bürgerrechtsbewegten Mutter noch komplizierter machte. Erst mit 28 entschied sie sich für eine Karriere als Sängerin, hatte Erfolg am Broadway und als Frontfrau der Acid-Jazz Formation Liquid Soul. Nun mit 53 legt die zweifache Mutter ihr starkes Solo-Debüt All is well vor. Ein Album, das den Weg zu sich selbst und die Versöhnung mit ihrer Mutter auch als sehr tiefe spirituelle Erfahrung widerspiegelt, wie Lisa Simone im Interview verrät.

Sie singen im Titelstück All is well – „My Mantra to myself“. Klingt nach einer sehr positiven Lebenseinstellung.

„Definitiv, so sehe ich das Leben. Auch als Resultat aus den Lehren, die ich aus allem ziehen musste, was mir über die Jahre so passiert ist. Schlussendlich ist doch alles gut geworden. Beispielsweise wie wir uns für bestimmte Dinge entscheiden, auch wenn vieles davon temporär ist. Solange wir verstehen, dass wir im Zentrum stehen und die Kraft aus unserem Inneren kommt, sehen wir das Glas eben eher halb voll, als halb leer. Zumindest ist das meine Perspektive.

All is well ist aus einem Moment heraus entstanden, nach einer emotional sehr schwierigen Zeit. Um ehrlich zu sein, habe ich den Song geschrieben, nachdem ich ziemlich lange geweint hatte und wirklich ziemlich mitgenommen war. Durch das Schreiben wurde mir klar, das ist die Richtung, die ich einschlagen muss und als der Song dann fertig war, kam eine angenehme Ruhe über mich. Man kann das noch erspüren, wenn man die erste Strophe hört, die ich nach dem Weinkrampf aufgeschrieben hatte und bei dem ich tief in meiner Traurigkeit gefangen, vor und zurückgewippt bin. Das Stück ist sehr autobiografisch und je weiter ich im Text kam, desto inniger wurde mein Gebet: Bitte hilf mir und bring Inspiration und Positivität als weitere Lektion für mein Leben.

Möglich, dass es deshalb 20 Jahre gedauert hat, bis ich endlich diese CD aufgenommen habe. (lacht) Ich hoffe, dass ich durch dieses Album inspirieren kann, auch die positiven Seiten des Lebens zu sehen, so wie ich es erfahren habe.“

 

Es ist auf seine Art auch ein sehr spirituelles Album geworden. Welche Rolle spielt Spiritualität in Ihrem Leben und Ihrer Arbeit?

„Oh, Spiritualität macht mich aus. Ich wandere durch meine Spiritualität in jedem Moment meines Lebens. Wenn wir bewusst durch diese Welt gehen, dann begegnen uns so viele Inspirationen, die wir sonst leicht übersehen hätten. Da draußen gibt es so viel zu entdecken, wir müssen es nur annehmen und ausprobieren.

Nehmen wir beispielsweise das Cover der CD. Ich fuhr nach Paris, um mein Album dort aufzunehmen. Im Gepäck hatte ich zwei überquellende Koffer voller Klamotten für die Foto-Shootings. Ich brachte alles mit, das ich in meinen Kleiderschrank fand und besonders gern trage. Während des Shootings zog ich mich um und meine Presseagentin kam währenddessen herein. Ganz ehrlich – ich habe meine Rückentattoos selbst nie gesehen und hatte sie auch gar nicht auf dem Schirm, als sie reinschaute. Sie fragte, was ist das denn? Ich darauf: Was ist was? – Na da, auf deinem Rücken. Ich sagte nur: Ach das meinst du. Das sind nur meine Tattoos.

Ich bin Schülerin eines buddhistischen Programms, das die drei Pforten genannt wird. Mein Lehrer Tenzin Wangyal Rinpoche hat sein Institut so genannt. Dort unterrichtet er die traditionelle Seite des Bōn Buddhismus, die er auf eine Ebene herunter brach, die es jedermann ermöglicht, ganz gleich woher er oder sie kommt, ihn zu verstehen. So kann er diese Lektionen erhalten und bewahren. Die fünf Symbole auf meinem Rücken sind ein Mantra, das fünf heilige Silben vereint. Dieses Mantra ist außerdem eng verbunden mit den fünf Chakren. Dieses Mantra spielt eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben. Ich wollte etwas haben, das repräsentativ für den Schmerz steht, durch den ich in meinem Leben hindurchgehen musste. So begleitet mich meine Spiritualität wohin ich auch gehe und sie ist ein Teil von mir.

Wenn man sich für so ein großes Tattoo entscheidet, sollte man sich das sehr gut überlegen. Ich habe es vor einem Jahr etwa stechen lassen. In meinem Alter macht man so eine Aktion nicht mehr spontan. Man besäuft sich nicht und stiefelt ins nächste Tattoo-Studio, um das sein ganzes Leben lang zu bereuen. (lacht)

Deshalb lieber einmal drüber schlafen. Denn ein Tattoo repräsentiert ein Image, das man hinaus in die Welt trägt.

Als meine Agentin mich darauf ansprach und meinte, es wäre großartig mein Rückentattoo auf dem CD-Cover zu zeigen, konnte ich mir das erst überhaupt nicht vorstellen. Ich meine, hey – wann schaut man sich schon selbst auf den Rücken? Aber dann gefiel mir die Idee immer besser, dass wir ein Foto davon mit in die Auswahl fürs Cover nahmen. Das war nie mein Plan gewesen und selbst im Nachhinein wäre mir das wohl nicht in den Sinn gekommen. Ich muss allerdings zugeben, dass dieses Cover mich und die Art, wie ich lebe, besser repräsentiert, als alle Fotos, die wir sonst hätten nehmen können.“

Um Finally free zu schreiben, haben Sie sieben Jahre gebraucht. Was hat es so schwer gemacht?

„Können Sie sich das vorstellen? In diesen Song flossen jede Menge Erfahrungen und Ereignisse ein. Vor allem bezogen auf das US-Justiz-System und den Kampf, den ich ausfechten musste, nach dem Tod meiner Mutter. Jeder Vers steht für eine bestimme Phase dieses Kampfes. Die erste Zeile habe ich so etwa 2005 geschrieben, als es besonders heftig wurde.

Ich bin so froh, dass es nun endlich eine Kino-Dokumentation über meine Mutter gibt, in der sie selbst zu Wort kommt. Zum ersten Mal überhaupt, zeigt ein Film ihr Leben aus ihrer persönlichen Sicht. Es basiert auf unzähligen Interviews mit ihr sowie mit meinem Vater, ihrem musikalischen Leiter und mir. Er lief kürzlich auf dem Sundance Filmfestival und wird nun eine Festival-Tour starten. Ich wünschte, ich hätte dabei sein können. Leider war ich zu der Zeit für Aufnahmen in Norwegen. Denn diese Dokumentation ist auch ein Resultat meiner jahrelangen Arbeit, die wahre Geschichte meiner Mutter von all den Mythen, Gerüchten und falschen Aussagen zu lösen, die andere über sie gestreut haben. Ich bin extrem stolz auf das Ergebnis, denn es stecken so viele Jahre Arbeit darin. Ich bin froh, dass wir es gemacht haben, denn das was es bewegt hat, ist weit mehr, als ich hätte erwarten können.

So steht das Stück Finally free repräsentativ für meine Mutter und für mich. Die Arbeit daran begann tatsächlich, als der Kampf um ihr Erbe besonders schwer war. So kann ich sagen, dass jeder Vers für ein weiteres Level steht, das ich durch diesem Kampf erreicht habe. Den letzten Satz I’m still here (engl. Ich bin immer noch da) habe ich im März 2014 geschrieben. Dieser Song dokumentiert im Grunde all die Phasen, die ich so durchlebt habe in den letzten Jahren, die Ängste, die Emotionen, die mich überwältigten, das Gefühl, dass all das nie ein Ende findet. Als die einzige Tochter meiner Mutter, bin ich auch die einzige ohne Absichten. Ich hatte eigentlich gar keine andere Wahl, als mich für die Sache meiner Mutter aufzuopfern, um zu erhalten, wofür sie stand und gelebt hat. Dieser Phase, als alles wirklich schlimm wurde, findet sich im Vers I am the Goddess of Justice wieder, der vom Justizsystem handelt, das es mir sehr schwer gemacht hat. Davon wie ich verleugnet wurde und damit auch mein Erbrecht.“

 

Konnten inzwischen denn all diese Unstimmigkeiten geklärt werden?

„Ja, mittlerweile sehe ich ein Licht am Ende des Tunnels. Vor allem, nachdem die Dokumentation herausgekommen ist, die meine Mutter für sich selbst sprechen ließ. Der Film half sehr dabei, die Stimmen mundtot zu machen, die Unwahrheiten verbreiteten. Denn meine Mutter ist darin zu sehen, wie sie über all das spricht. Jetzt nimmt auch die Welt da draußen Notiz von ihr. Für mich persönlich ist es ein großer Erfolg und es fühlt sich sehr gut an, weil ich tatsächlich endlich frei bin – finally free. Ich muss nicht mehr für alles und um alles kämpfen. Das waren zwölf harte Jahre. Ehrlich gesagt, hatte ich längst vergessen, wie sich Leben anfühlt, ohne dieses schwere Gewicht, das auf meinen Schultern lastete.

Jetzt endlich kann ich meine eigene Musik veröffentlichen und die Leute sehen mich und nicht nur meine Mutter. Natürlich ist mir klar, dass ich immer schon unabhängig von meiner Mutter war, nun sieht es aber auch jeder da draußen. Nun ist klar, ich bin die zweite Generation und nicht nur die Tochter von … Natürlich werde ich immer die Tochter von Nina Simone sein und ich bin auch stolz darauf. Aber ich bin nun einmal auch eine Frau, Mutter, Künstlerin. Ich gehe in meinen eigenen Schuhen und ich kann das Gewicht mit anderen teilen. Ich trage es als breites Lächeln auf meinem Gesicht, ein Lächeln des Glücks und der Dankbarkeit. Ich muss nichts mehr verleugnen, denn ich bin endlich frei, frei ich selbst zu sein. Es fühlt sich verdammt gut an.“

Wenn man die Stücke auf dem Album hört, hat man den Eindruck, der Unterschied zwischen dem Ansatz Ihrer Mutter und Ihnen ist, dass Sie sich auf das Verbindende zwischen den Menschen konzentrieren, während Ihre Mutter mehr auf das Trennende fokussiert schien?

„Ich stimme Ihnen da voll und ganz zu. Man muss dazu bedenken, in welche Zeit hinein meine Mutter geboren wurde und aufwuchs. Schwarze hatten kaum Rechte, durften viele Orte nicht betreten, weil sie allein den Weißen vorbehalten waren. So durften Schwarze nur ganz hinten im Bus sitzen. Ihre Beziehung zum Leben und zu dem Land in dem sie aufgewachsen ist, den Vereinigten Staaten, war komplett anders als meine. Sie war gewissermaßen ein Produkt ihrer Zeit.

Trotz allem, wollte meine Mutter unbedingt eine klassische Pianistin werden. Damals wäre nie jemand auf die Idee gekommen, dass eine schwarze Frau auf dem Klavier Klassik spielen könnte. So löste sich ihr Traum in Nichts auf und sie musste einen anderen Weg finden Geld zu verdienen und eine Karriere zu haben. Stellen Sie sich vor, sie hat sechs, sieben Stunden am Tag geübt, jahrelang, nur um sich diesen Traum erfüllen zu können und dann zerplatzt er wie eine Seifenblase. Was würden Sie tun? Ich denke, dass waren ihre Weihen. Als die Bürgerrechtsbewegung in ihren Fokus kam, freundete sie sich mit vielen Künstlern, Schriftstellern und Musikern an. Es war eine Zeit mit so vielen großen Künstlern und Persönlichkeiten. Dadurch fand sie wieder einen Grund ihren Weg weiterzugehen und all das auf die Bühne zu bringen. Da war natürlich sehr viel, das sie wütend machte und traurig. Ich kann ehrlich nicht behaupten, dass meine Mama die glücklichste Person auf diesem Planeten gewesen wäre. All das, was sie durchmachte, beschwerte ihr Leben. Leider fand sie nie zu einem wirklichen Glücklichsein. Denn sie war sich nie bewusst, dass sie dieses Glück nur in sich selbst finden konnte, weil sie es dort immer mit sich trug. Das ist auch der größte Unterschied zwischen uns beiden. Ich habe durch Meditation und meine spirituellen Übungen gelernt, dass alles, was wir wirklich brauchen, in uns selbst zu finden ist. Ganz egal, welche Sprache wir sprechen, welcher Kultur wir angehören. Wir alle sind Lebewesen auf diesem Planeten und so wie ein Hund fallende Blätter abschüttelt, so gehen auch wir durch die Welt, unabhängig von unserem Geschlecht, unserem Glauben oder unserem Alter. Irgendwann werden wir alle sterben. Alles Lebendige durchläuft den gleichen Zyklus. Wir treten in diese Welt und irgendwann verlassen wir sie auch wieder. Wir alle haben unsere Träume und Hoffnungen und wir haben so viel gemeinsam. Deshalb fühle ich mich eigentlich mehr als eine Repräsentation des Menschseins, als einer Kultur oder einer bestimmten Gruppe. Wir alle leiden, durchleben Schmerz und Trauer. Das gehört zum Leben dazu. Man wird verletzt und verletzt andere, erlebt Zurückweisungen oder weist andere zurück. All das gehört dazu, das ist Lebenserfahrung.“

Child in me beschreibt Ihre Gefühle für Ihre Mutter und Ihre Beziehung zu ihr, die sicher nicht immer leicht gewesen ist. Wie hat sie reagiert, als sie das Lied zum ersten Mal gehört hat? Sie hatten, sagen wir, eher eine verzwickte Beziehung zueinander.

(lacht) „Verzwickt, das Wort gefällt mir. Ich glaube, ich übernehme das von Ihnen, weil es so zutreffend ist. Der Song ist tatsächlich der älteste auf dem Album. Ich habe ihn geschrieben, als ich noch sehr jung war, um die Beziehung zu meiner Mutter in Worte zu fassen. Ich musste damals an einen Ort gehen, an den ich nicht wollte, um Zugang zu einem Teil in meinem Herzen zu bekommen, den ich lieber weiter versteckt hätte. Daraus einen Song zu machen, erschien mir die beste Möglichkeit. Es sollte kein Lied sein, in dem ich meiner Mutter Vorwürfe mache. Er sollte nicht von Wut handeln. Vielmehr sollte es um meine Wahrheit gehen und ich wollte ihr damit sagen, ich liebe dich. So empfinde ich, aber ich liebe dich trotzdem. Wir hatten beide keine Beziehung in er man sich zusammensetzt und über alles offen spricht. Als sie das Lied zum ersten Mal hörte, kamen ihr die Tränen und sie entschuldigte sich bei mir.

Sie sprach von den Hoffnungen, die sie für mich hatte. Wissen Sie, wenn Sie Kinder haben, sind da all diese Träume, Wünsche und Hoffnungen, die Sie für Ihren Nachwuchs haben, die wahr werden sollen. Aber wir verletzen unsere Kinder auch immer wieder, ohne es wirklich zu wollen. Obwohl wir immer nur das Beste für sie wollen und geben. Trotzdem passiert es, dass unsere Kinder anders darauf reagieren, als wir es beabsichtigt haben. Niemand steht ja morgens mit der Intention auf, heute werde ich es meinen Kindern mal so richtig zeigen.

Ich wollte meine Mutter wissen lassen, dass ich weiß, sie hat ihr Bestes gegeben. Wir haben es durchgestanden und die schweren Zeiten sind nun vorbei. In dem Bestreben vorwärts zu gehen, wollte ich einfach, dass sie weiß, ich liebe sie und das es okay ist, wie es ist.

Tatsächlich wurde Child in me einer ihrer Lieblingssongs, nachdem sie so geweint hatte und wir darüber sprechen konnten. Das Stück bedeutete ihr sehr viel. Weil sie durch so viel Schmerz gehen musste, Dinge bereute und unglücklich war. All das lastete schwer auf ihr. Ehrlich gesagt, war sie der einsamste Mensch, den ich je kennen gelernt habe. Nachdem ich ihr durch das Lied sagen konnte, es ist okay so wie es ist, spielte sie meine Musik. Diese kleine Kassette stand zwischen ihrer Sammlung mit Sinatra, Bob Marley, Miriam Makeba und ihren eigenen Platten. Dass mein Tape diesen Platz bekam, bedeutete uns beiden sehr viel. Sie liebte dieses Stück.“

 

Sie sind mit politisch so engagierten Menschen wie Malcom X oder Miriam Makeba aufzuwachsen, die auch ihre Patentante war. Was hat Ihre Mutter denn zu Ihrer Entscheidung gesagt, zur Air Force zu gehen?

„Meine Mum hat mich angesehen, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Ich erinnere mich noch ziemlich genau an ihr Was? Es war ein sehr langes Was. (zieht das Wort in die Länge und lacht). Als ich die Entscheidung traf, lebte ich nicht bei ihr. Ich war 17 und hatte Pläne aufs College zu gehen. Ich hatte sehr gute Noten. Die waren sogar so gut, dass ich schon ein Jahr früher aus der Highschool kam. Irgendwie lösten sich meine Pläne in Luft auf. Ich wollte unbedingt aufs College, aber die Bürokratie verhinderte das. Ich war sehr enttäuscht und ungeduldig. Ein Synonym für Jugend. Ich wollte nicht noch ein weiteres Jahr festhängen und so entschied ich mich für die Army, ohne mit meiner Mutter darüber zu sprechen. Ich dachte auch nicht wirklich darüber nach, ich handelte einfach.

Können Sie sich vorstellen, wie sie sich gefühlt haben muss, nach all den Jahren ihres Engagements? Sowas kann, darf einfach nicht passieren. Sie war total schockiert und sprachlos. Und glauben Sie mir, nicht viele Menschen haben es geschafft, Nina Simone sprachlos zu machen. (lacht) Schlussendlich hat sie es akzeptiert. Ich meine, was blieb ihr auch anderes übrig.“

 

Dann haben Sie es auch noch elf Jahre in der Army ausgehalten.

„Das war ursprünglich nicht mein Plan. Ich habe erst sehr spät begriffen, dass es zu lang war. Ich habe zwar sehr viel gelernt, aber ich habe es auch gehasst. Irgendwann wurde mir klar, dass ich wohl nie wirklich erfolgreich in meinem Beruf sein würde. Gerade weil ich ihn nicht wirklich mochte.

Nach etwa acht Jahren war mir klar, das ist nichts für mich. Ich fragte mich, was ich sonst tun könnte. Was sollte ich mit meinem Leben anfangen, wenn ich erwachsen bin? Mittlerweile war ich 28 und die Musik, der Gesang, kamen wieder zurück zu mir.

Ich konnte plötzlich nicht mehr abends in Frankfurt ausgehen, mit einem Typen ein Glas Wein trinken, singen und danach wieder zu meinem Job zurückkehren, als wäre nichts gewesen. Als die Musik wieder in mein Leben kam, sah ich sie mit anderen Augen. Ich hatte bis dahin nie darüber nachgedacht, das Singen zum Beruf zu machen. Ich hatte bis dahin eigentlich immer nur gesungen, weil es mir Spaß machte und ich positives Feedback bekam.

Vielleicht macht ein Beispiel deutlich, wie es sich für mich anfühlte: Wenn wir geboren werden, sind wir perfekt. Wir haben Augen, Ohren, Beine, Füße, Arme und Hände. Von Anfang an nutzen wir unsere Hände ganz selbstverständlich ohne je darüber nachzudenken. Aber haben Sie sich Ihre Hände je einmal richtig angesehen? Schauen Sie sich mal die Linien an, die Vertiefungen und Wölbungen. Machen Sie sich bewusst, was Sie mit diesen Händen alles tun, ohne je darüber nachzudenken. Von da an, werden Sie Ihre Hände mit ganz anderen Augen sehen. Genau so ging es mir mit dem Singen. Als ich plötzlich losgelöst von allem auf das Singen schaute, wurde mir bewusst, ja – das ist es, was ich mit meinem Leben anfangen will.“

 

Sie waren in Deutschland, genauer in Hessen stationiert.

„Stimmt, in Frankfurt. Wir waren am Rhein-Main-Flughafen stationiert. Zeitweise habe ich in Offenbach und später dann in Kelsterbach gewohnt. Alles in allem waren es fünf Jahre, die ich in Deutschland war.“

 

Sprechen Sie Deutsch?

„Damals konnte ich etwas. Ich habe mir Mühe geben, dass ich mich verständlich machen konnte. Es war aber nicht leicht und irgendwann entschied ich mich, lieber bei den romanischen Sprachen zu bleiben. Mein Herz gehörte mehr dem Französischen, das ich auch gelernt habe. Es ist, wie es oft ist, wenn man eine Sprache nicht mehr spricht, verlernt man sie auch sehr schnell wieder.“

Während ihrer Air Force Zeit war Lisa Simone in Frankfurt stationiert. Foto: Frank Loriou/Agency VU

Während ihrer Air Force Zeit war Lisa Simone in Frankfurt stationiert. Foto: Frank Loriou/Agency VU

Inzwischen leben Sie auch in Frankreich. Was hat Sie bewogen gerade dorthin zu ziehen und auch dieses Album dort aufzunehmen?

„Es war ein explosives Jahr. Alles passte irgendwie zusammen, auch wenn es wirklich harte Arbeit war. Aber das gehört wohl auch dazu, wenn man Träume wahr werden lassen will. Ich habe alle Musiker dort kennen gelernt und mit ihnen zusammen auch dort aufzunehmen, hat sich auf meine Musik ausgewirkt. Das ganze Projekt ist so viel größer geworden, als ich es mir je hätte vorstellen können. Es ist einfach magisch. Wir haben das Album in einem Schloss aufgenommen. Eigentlich hat nur noch der Feuer speiende Drache gefehlt. Ich kam mir vor wie eine Prinzessin. Mein Mann war mein Ritter in glänzender Rüstung.“

 

Nicht nur durch ihn haben Sie auch eine enge Beziehung zu Afrika.

„Ja, ich habe auch eine Zeitlang dort gelebt. Miriam Makeba war meine Patentante. Die Verbindung zu Afrika war also schon immer da. Meine Mutter war mit meinen Schwiegereltern befreundet, lange bevor ich meinen späteren Mann kennen lernte. Da war auch schon etwas Magisches im Spiel.

Der Tag, an dem ich ihn zum ersten Mal traf, war nicht nur der Jahrestag, an dem sich meine Eltern kennen lernten, sondern auch ihr Hochzeitstag. Der 4. Dezember 1995.“

 

Was für eine schöne Fügung.

„Warten Sie es ab, es kommt noch besser. Sein Cousin Mark war mein bester Freund. Ich kannte ihn schon über fünf Jahre, ohne je etwas von meinem Mann gehört zu haben. Mark war der Stylist meiner Mutter, als ich für Jesus Christ Superstar engagiert war. Wir reisten viel herum mit der Company, aber die Hotels waren immer sehr teuer. Deshalb fragte ich meine Mutter, ob sie nicht wüsste, wo ich während der Zeit in New York bleiben könnte. Sie sprach mit Mark und über ihn traf ich dann meinen Mann am 4. Dezember 1995. Ich weiß noch genau, dass es ein Montagabend war und am Donnerstag darauf gestanden wir uns ein, dass wir uns liebten. Inzwischen sind wir seit 19 Jahren zusammen und immer noch glücklich.

Meine Schwiegermutter ist Ghanaerin, mein Schwiegervater ist Amerikaner, der aber in Nigeria aufgewachsen ist.

Wir reisen immer wieder nach Afrika. Ich sehe meine Mutter immer noch breit grinsen, als sie mich mit einem afrikanischen Mann sah. Meine Tochter hat dadurch auch afrikanisches Blut in sich. Manchmal ist es schon etwas surreal. (lacht)“

 

Da Sie gerade Ihre Tochter erwähnen. Tritt sie in Mamas und Grandmas musikalische Fußstapfen?

„Oh, oh. Absolut. Sie ist die dritte Generation, die auf meinen und ihrer Grandmas Schultern steht. Ich habe kürzlich einen ihrer Songs gesungen und ich gebe zu, ich liebe ihre Sachen mehr als meine eigenen. Sie hat ihn mit gerade einmal 13 geschrieben. So ein kraftvolles Stück. Wann immer ich kann, erzähle ich den Leuten von meiner wunderbaren Tochter. Für meine Mutter war ich wohl das bestgehütetste Geheimnis der Welt. Das wollte ich auf keinen Fall auch für meine Tochter. Deshalb tue ich alles dafür, dass jeder sehen kann und weiß, wie stolz ich auf mein Mädchen bin. Ich möchte, dass alle wissen, sie ist die dritte Generation Simone und sie kennt die Dämonen nicht, gegen die meine Mutter und ich ankämpften. Sie bekam durch ihre Familie eine Basis voll Liebe, Glück und Zufriedenheit, die sie auch ausstrahlt. Wir haben ihr das Gefühl vermittelt, beschützt zu sein, dazuzugehören und geliebt zu werden. Die Songs, die sie schreibt sind unglaublich gut.

Ich wollte eines ihrer Stücke aufnehmen und warb für bald ein Jahr darum, dass sie ihr Einverständnis dazu gab. Aber sie sagte immer Nein. Gestern kommt sie doch tatsächlich an und meinte, okay Mum, du darfst den Song aufnehmen, wenn du mir dafür ein Lippenpiercing erlaubst. Jetzt war es an mir, Nein zu sagen (lacht). Meine Augenbraue rutschte bis kurz unter den Haaransatz und ich sagte nur, Moment mal, das meinst du nicht ernst. Sie ist einfach großartig, sie schreibt Geschichten, schauspielert, schreibt Songs und sie schafft es, den Leuten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, wenn sie einen Raum betritt. Ich sag das jetzt nicht nur, weil sie meine Tochter ist. Sie hat einfach diese positive Ausstrahlung, die sich auf die Menschen um sie herum überträgt. Sie schafft es, selbst den ernsthaftesten Erwachsenen in ein Kind zu verwandeln.

Also ja, sie tritt in unsere Fußstapfen, aber durchaus überlegt. Sie wählt am College auch Kurse aus, die ihr andere Optionen offen halten. Sie lernt beispielsweise sehr viel über Medien, Werbung und Marketing. Computer etc. All das kann ihr auf ihrem weiteren Weg sehr hilfreich sein. Aber klar, ich bin natürlich auch ihr größter Fan.

Seit sie 9 Jahre alt ist, kommt sie immer wieder zu mir auf die Bühne. Eine bessere Möglichkeit und Gelegenheit mit Publikum umzugehen, kann ich ihr kaum bieten. Inzwischen hat sie eigene Fans, die im Publikum ihren Namen rufen, wenn sie zu mir auf die Bühne kommt. Sie ist jedes Mal total aufgeregt und zittert wie Espenlaub. Ich sehe es an ihren Augen, dass sie Lampenfieber hat. Aber sobald sie den ersten Ton ihrer eigenen Songs singt, fällt das alles von ihr ab. In solchen Momenten schließe ich immer meine Augen und ich fühle so eine tiefe innere Ruhe, wenn wir beide da oben zusammen stehen.

Das ist meine seeeehhhhhrrrrr lange Antwort auf Ihre Frage. (lacht)“

 

Diese Unterstützung haben Sie von Ihrer Mutter nicht bekommen. Hat Sie Ihnen trotzdem Ratschläge für Ihre Karriere als Sängerin und das Musikgeschäft gegeben?

„Sie hat mir immer gesagt, du arbeitest zu hart. Das hat sie mir schon gesagt, bevor ich überhaupt an den Broadway ging. Damals habe ich viele so genannte open mike Sessions gemacht. (Anmerk. Talentabende für Sänger und Musiker ohne festes Engagement). Meine Mutter gehörte zu einer Generation, die sich beim Musikhören zurücklehnte und eine Tasse Tee dabei trank. Meine Generation hielt es nicht auf den Stühlen. Wir mussten, tanzen ausflippen, herumspringen, vor und auf der Bühne. So war ich auch. Meine Mutter sah mich an und sagte, Baby du arbeitest viel zu hart. Das brauchst du alles nicht.

Als ich ihr erzählte, dass ich unbedingt Musiktheorie lernen will, um mehr darüber zu wissen, wie Akkorde zusammenpassen und ich meine Musik noch besser arrangieren kann, wenn ich Songs schreibe, fragte sie mich nur: Wieso? Wissen Sie, wir hatten immer dieses Wieso und Was? (lacht) Als ich erklärte, dass ich es einfach wissen muss, meinte sie nur, Baby, du kannst singen. Das reicht. Konzentriere dich darauf. Du kannst singen (flüstert wie ihre Mutter damals). Mach dir keinen Kopf über das Klavier. Das brauchst du nicht. Also ließ ich es bleiben und nahm ihren Rat an.

Abgesehen von diesem Rat, habe ich sehr viel auch dadurch gelernt, dass ich sie einfach nur beobachtet habe. Wie sich Nina Simone auf der Bühne bewegte. Ich sog das auf. So lernte ich auch, was ich besser nicht tun sollte. Sie war unglaublich stolz, wenn sie auftrat und sang. Mein Mann erzählte mir, wie sie reagierte, wenn sie mich auf der Bühne sah. Sie war immer hin und her gerissen, zwischen stolz und Schock. Kennen Sie dieses Kinoplakat von Kevin – allein zuhaus? Dieses entsetzte Kindergesicht mit den Händen davor? Genauso hat meine Mutter ausgesehen, wenn sie schockiert, oh mein Gott, mein Baby, was macht sie da bloß, rief. Natürlich wusste sie, wie hart das Musikbusiness sein kann. Sie wollte nicht, dass ich die gleichen schlechten Erfahrungen mache und Enttäuschungen erlebe.

Es gibt sehr viele Geschichten über sie und ihre Erfahrungen, die sie machen musste. Natürlich wollte sie mich davor beschützen. So hatte sie eine Art Hassliebe zu der Tatsache, dass ich nun auch als Sängerin teil dieser Industrie bin. Irgendwann kam aber dann der Tag, an dem ihr klar wurde, ich habe meinen eigenen Weg zu gehen. Ich sagte ihr schon als ich noch recht jung war, hey – das ist meine Reise, du hattest deine. Ich weiß, was ich hier tue. Mach dir keine Sorgen. Ich weiß, dass du mich nur beschützen willst. Wenn ich mir dann doch mal die Finger verbrannt habe, musste ich zugeben, ja Mummy, du hattest Recht. Trotzdem war es gut, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Teil der Industrie zu sein, ist weit mehr als die 90 Minuten, die du auf der Bühne stehst. Du reist viel, bist oft allein in fremden Städten, musst dich mit vielen Unwägbarkeiten und Unannehmlichkeiten herumschlagen. Das kostet viel Kraft, denn du musst immer voll da sein, auch wenn dir nach weinen zumute ist.

Hinzu kam, dass mich die Welt da draußen nicht getrennt von meiner berühmten Mutter sehen wollte. Das ging über so viele Jahre, bis heute. Ich musste lernen damit klar zu kommen. Es ist eigentlich ja nichts Schlechtes. Aber es ist anstrengend und irgendwann ist man es auch leid, immer nur als die Tochter von … gesehen zu werden. Vor allem, wenn dich die Leute immer wieder fragen, wann kommst du denn mit deiner eigenen Musik heraus? Dann hätte ich ihnen gern gesagt, ist das nicht offensichtlich. Sie haben überhaupt keine Ahnung von meiner Karriere. Eines Tages wurde mir aber mitten in einem Interview plötzlich bewusst, nicht die Leute da draußen waren das Problem. Ich war es. Es war also nicht die Frage, wer bin ich? Sondern, warum sollten die Leute da draußen kommen, um mich zu sehen?“

 

Es gibt auch ein paar sehr schöne und interessant arrangierte Coverversionen auf dem Album wie Leonard Cohens Suzanne oder Ain’t got no I got life aus dem Musical Hair.

Meine ganz persönliche Meinung zu Coverversionen ist, entweder sind sie besser als das Original oder komplett anders.

„Großartig, das gefällt mir.“

Ihre sind komplett anders, das Stück aus Hair hat ein völlig anders Tempo und Arrangement. Und aus Suzanne wurde ein luftig leichter Calypso. Warum gerade diese Stücke und in dieser Version?

„Ich habe schon immer gerne Stücke von anderen gesungen auf meine ganz eigene Art. Für mich kommt das immer ganz spontan und natürlich. Ich höre einen Song den ich mag und singe ihn dann auf meine eigene Weise ohne groß darüber nachzudenken.

Ich glaube, das ist auch ein Teil von meiner Mutter Erbe. Denn genauso hat sie es ja auch getan. Sie hat uns beide immer Griots genannt. Kennen Sie Griots?“

 

Ja. Man nennt Geschichtenerzähler in Afrika so. Sie schreiben nichts auf, geben ihre Geschichten nur mündlich durch Erzählungen und Lieder weiter.

„Bevor meine Mutter mir davon erzählte, habe ich nie etwas von Griots gehört. Sie sagte zu mir, wir können durch die Art, wie wir singen, die Menschen fühlen lassen. Es hat mich damals fast umgehauen, dass sie uns beide in die gleiche Kategorie einordnete.

Wie meine Mutter habe ich es mir auch angewöhnt, wenn ich auf der Bühne bin, die zu ehren, die diesen Weg schon vor mir gegangen sind und das kann man am besten, in dem man ihre Lieder singt.

Bei Ain’t got no I got life saß ich mit meinem musikalischen Leiter zusammen und sang ihm das Stück so vor, wie ich es mein Leben lang gesungen hatte. Er saß da mit seiner Gitarre, sah mich erstaunt an und meinte, was singst du denn da? Das Stück geht doch ganz anders. Ich meinte nur, natürlich geht das so. Ich sing das schon immer so und meine Mum hat es auch immer so auf der Bühne gesungen. Darauf spielte er mir eine Fassung vor, die ich noch nie zuvor gehört habe und ich war hin und weg. Die Version gefiel mir so gut, dass wir daraus dann die Fassung arrangierten, die auch auf das Album gekommen ist.

Bei Suzanne war es so, dass ich dieses Lied schon immer geliebt habe. Als wir im Studio saßen und klar war, dass ich es aufnehmen wollte, fragten wir uns, ein Stück, das schon so viele Male gecovert wurde, wie können wir dem noch einen eigenen Stempel aufdrücken? Da kam die Idee, es doch in dieser leichten Version zu versuchen. So hat man gleich das Bild im Kopf mit einem Cocktail am Strand unter Palmen zu sitzen. Es ist ja ein sehr schweres Stück, das dadurch aber eine leichte Note bekommt. Es hat wirklich Spaß gemacht, es aufzunehmen.“

 

Erst für All is well haben Sie sich entschieden, es unter Lisa Simone zu veröffentlichen. Vorher traten Sie schlicht als Simone auf. Warum erst zu diesem Zeitpunkt?

„Als meine Mutter starb, am 21. April 2003, starb nicht nur Nina sondern auch Lisa. Denn Lisa zu sein, bedeutete eine sehr schmerzvolle Identität zu haben. So entschied ich mich, diese Tür hinter mir zu schließen. Niemand kannte mich als Lisa auf der Bühne und ich bat jeden, mich auch nicht so zu nennen, der mich nicht wirklich kannte. Ich zog mich zurück in die Meditation. Ich brauchte einfach diese spirituellen Übungen, um wieder geheilt zu werden. Dieser Teil von mir, dieses kleine Mädchen Lisa, musste erst wieder heil werden. Im Oktober 2013 fragte mich jemand nach meinen Namen und meine Antwort kam ohne zu überlegen: Ich heiße Lisa. Ich war so geschockt in diesem Moment, als der Name aus meinem Mund kam. Es war, als stände die Zeit still. Immer, wenn mich jemand in dieser Zeit mit meinem Vornamen ansprach, hatte ich gleich eine körperliche Reaktion. Es fühlte sich so an, als hätte ich etwas Verdorbenes gegessen. Als ich mich da plötzlich als Lisa vorstellte, wurde mir bewusst, ja – ich bin wieder heil.

Als ich Anfang 2014 dann nach Frankreich kam, hatte mir mein Agent eine wirklich lange E-mail geschrieben. Kennen Sie das? Wenn jemand sich nicht traut, etwas direkt anzusprechen, redet er eine Weile um den heißen Brei herum. Mein Agent wusste ja, wie empfindlich ich reagieren würde. Also schrieb er so was wie, hier in Frankreich dachten wir, käme dein voller Name Lisa Simone einfach gut an, weil er das zusammenfasst, was du bist, was dich ausmacht etc. Es war eine wirklich lange Mail. Ich antwortete in einem Satz: Ich denke, das ist eine großartige Idee. Er konnte es gar nicht fassen, dass ich gleich einverstanden war.

Nach 20 Jahren im Musikgeschäft, war da endlich der Wunsch, mich selbst neu zu erfinden. Wenn man seinen Grund und Boden bestellen will, braucht das ja auch seine Zeit. Man kann an den Anläufen nicht mitten im Prozess alles ändern. Aber, um etwas Neues zu beginnen, muss man Altes abschließen. Und genau das habe ich an diesem Tage getan. Ich kam auf diese Welt als Lisa und es fühlt sich einfach gut an, endlich wieder mit allen Teilen von mir eins zu sein. Und mich damit so wohl zu fühlen, mit einem breiten Lächeln im Herzen und im Gesicht. Ich bin Lisa Simone!“

 

Das Interview führte Claudia Hötzendorfer

Hörtipp:

Lisa_simone_cover Kopie

Lisa Simone

All is well

(Laborie Jazz/Edel Kultur)

 

Lisa Simone live: 

22. August 2015 – Mannheim/Seebühnenzauber Luisenpark

Tickets über www.eventim.de

 

© Claudia Hötzendorfer 2015 – Silent Tongue Productions

 

 

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