Interview: Tara Stiles – „Der beste Lehrer bist du selbst“

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Tara Stiles: „Ich bin nicht die Lehrerin, die ihren Schülern unumstößliche Regeln beibringen will. Ich zeige ihnen vielmehr, dass man auch eine andere Sicht auf Yoga haben kann.“ – Foto: Mens Sana

Tara Stiles: „Ich bin nicht die Lehrerin, die ihren Schülern unumstößliche Regeln beibringen will. Ich zeige ihnen vielmehr, dass man auch eine andere Sicht auf Yoga haben kann.“ – Foto: Mens Sana

Hör’ auf dein Bauchgefühl, bleib in Bewegung und habe Spaß dabei. Tara Stiles’ frischer Blick auf Yoga begeistert selbst Sportmuffel sich etwas Gutes zu tun. Culture 6 Spirit Herausgeberin Claudia Hötzendorfer traf die „Yoga-Rebellin“ in Köln zur Eröffnung des ReLevel-Studios.

Der Licht durchflutete Eingangsbereich des neu eröffneten ReLevel-Studios in der Kölner Südstadt. - Foto. Fitness First

Der Licht durchflutete Eingangsbereich des neu eröffneten ReLevel-Studios in der Kölner Südstadt. – Foto. Fitness First

Kölner Südstadt. Das gerade erst eröffnete ReLevel-Studio, schräg gegenüber des Mutterhauses Fitness First mit seinen Licht durchfluteten Räumen und dem modernen Style, scheint genau der richtige Ort für eine junge Frau zu sein, die in den Medien gern als „Yoga-Rebellin“ bezeichnet wird. Tara Stiles, 34, ehemalige Balletttänzerin und Ex-Model begeistert mit ihrer unkonventionellen Art Yoga zu praktizieren, selbst diejenigen, die sich sonst nie auf eine Matte, geschweige denn in einen Kurs verirren würden.

Angefangen hat sie in ihren eigenen vier Wänden. Ihre YouTube Videos klickten innerhalb kürzester Zeit 20 Millionen Zuschauer an. Zu ihren Fans zählen auch Deepak Chopra und Jane Fonda.

Schlank und zierlich ist Tara, leger in Sportklamotten und auf Socken, kommt sie gut gelaunt, mit einem einnehmenden Lächeln im Gesicht zu unserem Interview. Wir plaudern entspannt bei einem Kaffee über Strala, ihren eigenen Yoga-Weg, warum Bewegung besser sein kann als Stillstand, sowie ihre Abneigung gegen Gurus und den Begriff Lehrerin für sich selbst.

Mit ihren YouTube-Videos erreicht Tara Millionen Zuschauer und begeistert selbst Sport-Muffel für Yoga. - Foto: Mens Sana

Mit ihren YouTube-Videos erreicht Tara Millionen Zuschauer und begeistert selbst Sport-Muffel für Yoga. – Foto: Mens Sana

Tara was bedeutet Yoga für dich?

„Zunächst einmal ein unglaublich gutes Werkzeug für meine Gesundheit, mich mit dem Leben zu verbinden und mich rundum wohl zu fühlen. Es wirkt auf allen Ebenen, den Körper und den Geist. Ich kann spüren, wie es wirkt und wie es mich verändert. Ich bin effektiver und beweglicher.“

 

Du hast mit Strala deinen eigenen Yoga-Weg kreiert. Was verbirgt sich hinter dem Begriff?

„Ob Du es glaubst oder nicht, als mir das Wort in den Sinn kam, hatte ich keinen Schimmer, dass es tatsächlich auch eine Bedeutung hat. (lacht) Mir gefiel einfach der Klang und ich verband das Wort mit Balance, Achtsamkeit und Konzentration. Dann fand ich heraus, dass Strala der schwedische Ausdruck für Licht ist. Und ich dachte, hey – das bringt mein Gefühl dafür, was Yoga für mich ist, genau auf den Punkt. Denn man strahlt von innen heraus. Ich dachte auch an die Sterne und ihr Leuchten im unendlichen Universum. Das gefiel mir einfach.“

 

Was unterscheidet deinen Ansatz von dem anderer Yoga-Stile?

„Ich habe einige dieser Stile praktiziert, wie Ahstanga Yoga oder Hatha Yoga und habe mich auch mit Meditation beschäftigt. Das war während meines Ballett-Studiums in Chicago. Als ich dann nach New York zog, hörte ich aus meinem Freundeskreis immer das Gleiche: Irgendwie klappt das nicht, die einzelnen Posen sind so schwer, das krieg ich nicht richtig hin, die Regeln sind so streng, ich habe eigentlich keine Lust mehr. Klar, waren da auch viele Ausreden dabei. Ich sagte ihnen: kommt schon, jeder kann Yoga praktizieren! Das ist doch kein sportlicher Wettkampf, bei dem nur der Beste das Ziel erreicht.

Ich fing an, meinen Freunden Übungen zu zeigen, die leicht und weich im Ablauf waren. Ich sagte ihnen, bleibt nur so lange in einer Position, wie es angenehm für euch ist. Dann wechselt ihr, bleibt in Bewegung, wenn es sich so besser anfühlt. Ich habe dabei ganz bewusst auf den philosophischen und spirituellen Hintergrund verzichtet, wie es in vielen Yoga-Richtungen üblich ist.

Ich wollte zwar Yoga machen, aber auf eine eher sanfte Art, ohne Druck. Über Jahre habe ich mich auch gegen jede Struktur und Formalisierung in den Ablaufen gesperrt. Ich fand das verrückt, einfach unpassend.“

Die Position "Das Kind" kann eine Möglichkeit für eine sanfte Entspannungsübung sein. - Foto: Mens Sana

Die Position „Das Kind“ kann eine Möglichkeit für eine sanfte Entspannungsübung sein. – Foto: Mens Sana

 

Ist das auch ein Grund, warum Du den Begriff Yoga-Lehrerin nicht magst?

„Ganz genau. Ich habe es einfach nicht mit diesem Guru-Ding. Wenn Lehrer ihre Methode als die einzig wahre preisen und damit die Teilnehmer in ihren Kursen verunsichern, sobald sie zu einem anderen Ausbilder wechseln. Der sagt dann vielleicht: oh das machst du aber nicht richtig. Ich möchte lieber Impulse geben. Ich finde, man muss offen bleiben für Ideen. Deshalb ist es mein Ziel, den Leuten dabei zu helfen, ihren individuellen Yoga-Weg zu finden. Hier geht es nicht um mich. Klar, gebe ich die Kurse, aber ich bin nicht die Lehrerin, die ihren Schülern unumstößliche Regeln beibringen will. Ich zeige ihnen vielmehr, dass man auch eine andere Sicht auf Yoga haben kann.“

 

Beim Workshop habe ich gemerkt, dass Musik bei deinen Yoga-Stunden ein große Rolle spielt.

„Absolut! Ich liebe Musik und deshalb habe ich von Anfang an bei meinen Yoga-Stunden immer die Sachen ausgewählt, von denen ich dachte, dass es den Leuten hilft in Bewegung zu bleiben. Außerdem finde ich Musik inspirierend und motivierend. Sie hat etwas Positives. Ich denke dabei immer an ein Orchester, das den Solisten unterstützt und das Publikum mit einbezieht. Ich kann mit den Stücken auch die Stimmung und das Tempo verändern. Grooviger oder rockiger Sound für die aktiven Bewegungen und das Warm up, eher meditative und leisere Klänge für das Cool Down.“

Tara: „Bleibt nur so lange in einer Position, wie es angenehm für euch ist. Dann wechselt ihr, bleibt in Bewegung, wenn es sich so besser anfühlt.“ – Foto: Mens Sana

Tara: „Bleibt nur so lange in einer Position, wie es angenehm für euch ist. Dann wechselt ihr, bleibt in Bewegung, wenn es sich so besser anfühlt.“ – Foto: Mens Sana

Welchen Rat hast Du für einen Einsteiger, der bislang noch überhaupt keine Erfahrungen mit Yoga gemacht hat?

„Zunächst zwei Dinge: 1. Du bist gut so wie du bist und Yoga kann eine Möglichkeit für dich sein, dich wirklich gut zu fühlen. 2. Lass dich nicht von den verschiedenen Stilen irritieren.

YouTube bietet beispielsweise sehr viele kostenlose Yoga-Videos unterschiedlichster Trainer und Ansätze an. Da würde ich reinschauen und auf meinen Bauch hören. Was spricht mich an? Worauf habe ich am meisten Lust? Bin ich ein eher verrückter etwas wilder Typ, dann gefällt mir vielleicht ein dynamischer Yoga-Stil. Andere mögen möglicherweise eher einen klassischen Yoga-Stil oder möchten einfach nur ihren Spaß dabei haben. Dann sprechen sie eventuell meine Videos an. Auf jeden Fall ist das Internet schon mal der erste Schritt ins Yoga-Universum. Dort kann man sich auch in Foren mit anderen austauschen und nach einem passenden Studio in der Nähe suchen, wenn man nicht allein zuhause etwas tun möchte.“

 

Allein zuhause gibt mir das Stichwort für die nächste Frage: Wie bleibt man motiviert?

(lacht) „Ich glaube, es hängt wirklich davon ab, ob man den Yoga-Weg findet, der sich wirklich gut anfühlt. Wenn ich mich bei jeder Stunde mühsam durch die Übungen quälen muss, ist es vielleicht nicht der richtige Ansatz für mich. Geht es mir nach dem Kurs aber so richtig gut und habe ich währenddessen gern die einzelnen Positionen eingenommen, ist das sicher ein guter Motivator, auch in der nächsten Stunde wieder mit dabei zu sein. Für mich ist der Schlüssel Spaß und ein gutes Gefühl dabei.

Wenn Du eher ein Morgenmensch bist, dann mach deine Yoga-Übungen nach dem Aufstehen. Nachteulen fühlen sich vielleicht wohler, wenn sie abends ein paar Positionen im Wechsel ausführen. Lass Yoga zur täglichen Routine werden wie Zähneputzen. Es müssen keine langen Einheiten sein. Ein oder zwei Übungen am Tag sind effektiver als zwei Stunden am Stück pro Woche.“

 

Wie war es mit Deepak Chopra für deine DVD-Reihe* zusammenzuarbeiten?

„Klasse. Deepak erinnert mich irgendwie an einen guten Onkel. Als ich ihn vor ein paar Jahren kennen lernte, war er gleich begeistert von der Art, wie ich Yoga sehe und meinte, wir müssten unbedingt etwas zusammen machen. Ich nickte damals nur ein okay … (lacht) Aber da hatte er schon sein Iphone gezückt und meine Nummer notiert. Mit der Zeit wurden wir gute Freunde. Er lud mich in seine Radiosendung ein. Er hatte eigentlich einen anderen Gast für ein Gespräch über Yoga eingeplant, der aber nicht kommen konnte. Also rief er mich an und fragte, hast du Lust mit mir über Yoga zu reden? Während der Sendung kam er dann mit der Idee, lass und doch gemeinsam eine DVD produzieren. In Los Angeles gaben wir dann gemeinsam ein paar Kurse, er in Meditation, ich in Yoga. Es ging dabei um die Verbindung von Körper und Geist, das Zentrieren und in Balance kommen.“

 

Du schreibst am Beginn deines Buches Wie Yoga heilt: „Wer atmet, der kann auch Yoga“. Klingt so, als gäbe es keine Einschränkungen für die Praxis?

„Ich höre sehr oft, dass die Leute Yoga mit Verbiegen wie eine Brezel verbinden. Aber hey – das ist es nicht. Es geht um Atmung, Körperbewusstsein, mehr Beweglichkeit. Kein Mensch muss unbedingt einen Hand- oder Kopfstand machen, um Yoga zu praktizieren. Ziel jeder Yoga-Übung sollte es sein, sich selbst etwas Gutes zu tun. Schon ganz einfache Positionen oder Bewegungsabläufe in Verbindung mit einer bewussten Atmung haben einen heilenden Effekt.“

 

Es scheint so, als wäre der heilende Effekt, den Yoga haben kann, auch gegeben, wenn man zwar gezielt Übungen vornimmt, aber nicht zwangsläufig der Yoga-Philosophie anhängen muss?

(lacht) „Klar, wieso auch nicht? Versteh’ mich nicht falsch. Die Tradition ist schon unglaublich und hat auch ihre Berechtigung. Ich meine allein die Entdeckung, dass eine bewusste Atmung in Kombination mit bestimmten Bewegungsabläufen eine positive Wirkung auf Körper und Geist hat, erstaunt mich immer wieder. Aber die Verbindung zwischen Körper und Geist sollte etwas ganz natürliches sein und nicht als Mysterium für Eingeweihte verklärt werden. Yoga sollte für jeden möglich und zugänglich sein, um ein bewussteres und gesünderes Leben zu haben.“

 

Wie bist Du selbst zum Yoga gekommen?

„Eigentlich habe ich intuitiv wohl immer schon Yoga gemacht, auch wenn ich erst durch mein Ballett-Studium tatsächlich darauf gestoßen bin. Als Kind war ich gern draußen in der Natur. Meine Eltern hatten kein Geld, aber einen Garten. Sie lebten sehr gesund, tranken nicht, nahmen keine Drogen. Ich glaube viele meiner Ideen kommen aus meiner Kindheit. Beispielsweise aus wenig etwas zu machen, nichts zu verschwenden, die Kräfte der Natur zu spüren und zu nutzen. Ich habe Stunden draußen verbracht. Saß unter einem Baum und lauschte auf die Geräusche, spürte in mich hinein und fühlte mich mit allem verbunden. Ich habe wohl auf meine Art damals schon meditiert und mich auf eine ruhige, sanfte Art dabei bewegt. Elemente, die sich auch im Yoga finden.

Später während der Ballett-Ausbildung kam ich über einen Lehrer, der ein riesengroßer Yoga-Fan war darauf, dass ich schon als Kind intuitiv Yoga-Positionen ausgeführt habe. In New York war zu der Zeit Yoga-Nanda sehr angesagt im American Ballett Theater und es gehörte zu unserem wöchentlichen Trainingsprogramm.“

Schon als Kind nahm Tara intuitiv Yoga-Posten ein. - Foto: Mens Sana

Schon als Kind nahm Tara intuitiv Yoga-Posten ein. – Foto: Mens Sana

Kannst Du dich noch an Moment erinnern, in dem dir klar wurde, Yoga ist für mich mehr als nur eine Möglichkeit gesund und zentriert zu sein?

„Mir war zwar schnell klar, dass ich Yoga mein Leben lang machen möchte, aber ich hätte nie gedacht, dass ich davon leben konnte. Ich kenne zwar in New York einige Yoga-Studios und die verdienen auch ihren Lebensunterhalt mit den Kursen, die sie dort anbieten, aber für mich selbst wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass man mit Yoga eine Karriere machen könnte. Als ich nach New York zog, dachte ich dabei eigentlich eher an eine Nebenbeschäftigung in meiner Freizeit. Ich wollte Leuten Yoga näher bringen, weil es mir so großen Spaß machte.

Als die mich dafür bezahlen wollten, fragte ich mich, wieso sollte ich für etwas, was mir so viel Freude macht und anderen hilft etwas Positives für sich zu tun, Geld nehmen? Als die Leute dann argumentierten, für einen Masseur oder Koch würdest du doch auch zahlen, dachte ich – okay, da ist was dran. Es fiel mir aber schwer, einen Preis dafür festzusetzen. Also fing ich mit ganz kleinen Beträgen an, eigentlich mehr ein Taschengeld. Mein ‚Studio’ war ja auch zunächst in meinem Apartment. Da erschien es mir einfach nicht angebracht, Geld von den Leuten für einen Raum zu nehmen, den ich gleichzeitig auch bewohnte.

Ich fing dann mit den Videos auf YouTube an und schon die ersten hatten fast 20 Millionen Zuschauer. Darauf bekam ich Anrufe mit Werbeangeboten und so konnte ich mit den Videos meine Miete finanzieren. So hat sich alles nach und nach entwickelt. Es war zu keinem Zeitpunkt die bewusste Entscheidung: okay – ab jetzt verdiene ich mein Geld mit Yoga.“

 

Es gibt jede Menge verschiedene Yoga-Stile und viele beugen sich dabei strengen Regeln. Was hat dich bewogen, genau davon Abstand zu nehmen?

„Ich habe viele verschiedene Ansätze probiert und ich habe die Leute beobachtet, die in die Kurse gingen. Mir war schon klar, dass es um gewisse Regeln ging, die vermittelt werden. Was mir dabei aber fehlte war das Gefühl, dass Yoga etwas ganz natürliches sein sollte, so wie atmen oder essen. Und es fühlte sich für mich irgendwie falsch an, andere in Positionen zu drängen, mit denen sie sich ganz offensichtlich nicht wohl fühlen und ihnen so im Grunde auch nicht wirklich gut tun können.

Deshalb sträubt sich in mir auch alles, anderen vorzuschreiben, was sie tun sollen. Ich schlage Übungen und Abläufe vor. Jeder kann für sich entscheiden, ob er sie so ausführen oder abwandeln, halten oder in sanfter Bewegung bleiben möchte. Hier geht es nicht um Kontrolle, sondern um Individualität. Denn jeder befindet sich an einem anderen Punkt in seinem Leben, in seiner Gesundheit und in seinem Körperbewusstsein. Und dem kann man eigentlich nur entgegenkommen, indem man auf starre Regeln verzichtet und den Leuten Freiräume bietet.“

Selbst eine einfache Position wie '"Der Hund" kann sehr effektiv sein, wenn man sie täglich macht. - Foto: Mens Sana

Selbst eine einfache Position wie ‚“Der Hund“ kann sehr effektiv sein, wenn man sie täglich macht. – Foto: Mens Sana

Wenn ich nur eine Yoga-Übung am Tag machen könnte, welche würdest Du mir empfehlen?  

(lacht) „Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Spontan würde ich sagen, was immer sich in dem Moment gut anfühlt, ist die passende Übung. Nehmen wir an, Du möchtest etwas für die Konzentration tun und dich auf etwas fokussieren, dann würde ich eine Atemübung oder Meditation empfehlen. Alternativ kannst Du eine einfache Position – wie den Hund – einnehmen und dabei sanft in Bewegung bleiben.“

 

Bewegung statt eine Position für eine Weile zu halten ist auch ein wichtiger Bestandteil deines Ansatzes.

„Ja, weil es dem Körper einfach gut tut und es für viele angenehmer ist, als in einer Position verharren zu müssen. Nicht wenige haben Schmerzen dabei. Ich orientiere mich lieber an der Natur. Auch dort gibt es keinen Stillstand, alles fließt. Also warum sollte es bei Yoga anders sein? Bewegung heißt fließen und nicht Starre oder? Im Tanz und auch in der Meditationspraxis ist die Energie auch immer im Fluss. Ich meine, schau dir doch die Natur an: Bäume und Gräser wiegen sich im Wind, Wasser bewegt sich in Wellen, alle Lebewesen bewegen sich. Wie kann etwas, das nicht im Fluss ist, auf Dauer positiv wirken können?“

 

In deinem aktuellen Buch Dein Yoga, dein Leben zeigst Du noch zwei weitere Eckpfeiler eines Lebens in Balance: Meditation und gesundes Essen. Und Du rätst deinen Lesern: Follow your own rules. Heißt das, so schön es ist einem Lehrer zu folgen, der beste Lehrer sind immer noch wir selbst?

„Ja unbedingt. Mein Bauchgefühl sagt mir, diese Übung ist gut für mich, jene tut mir einfach nicht gut. Also lasse ich sie weg. Fühle ich mich gut nach dem Yoga, dann waren die Übungen genau richtig für mich. Liegt mir der fette Burger im Magen, versuche ich es vielleicht mal mit einer vegetarischen Variante und höre in mich hinein, wie es mir danach geht. Im Yoga geht es um Intuition und um Achtsamkeit, auf und abseits der Matte.

Es gibt so viele Möglichkeiten sich zu informieren, im Internet, durch Bücher, im Austausch mit anderen. Das ist auch alles okay. Aber der beste Lehrer bist du selbst. Mach dir keinen Kopf darüber, wie du bei den einzelnen Positionen aussiehst oder auf andere wirkst. Es zählt allein das was du fühlst. Fühlt es sich gut an, dann ist es auch gut für dich.“

 

Stammen die Rezepte in deinem neuen Buch von dir oder hattest Du einen Berater?

„Die sind alle von mir. New York ist eine tolle Stadt. Da gibt es kleine vegetarische Cafés und Restaurants, Märkte mit einer Riesenauswahl an Obst und Gemüse. Da reizte es mich natürlich auch selbst vegetarisch zu kochen. Also besorgte ich mir einen Arm voll Kochbücher und tat mich irgendwie schwer damit, die Rezepte umzusetzen. Entweder waren sie zu kompliziert oder die Zutaten zu exotisch und teuer. Ich dachte, das muss doch auch einfacher gehen. Aus wenig kann man viel machen, wenn man weiß wie und es muss auch nicht viel kosten, um gesund und schmackhaft zu sein. Die Idee war, es preiswerter zu machen, als ein Gang in ein Fast Food Restaurant kosten würde und es sollte nicht aufwendig sein, so dass man auch mit wenig Zeit gut und gesund essen kann.

Die Basiselemente sind regionale und seasonale Produkte. Daraus lassen sich leckere Salate, Säfte oder Suppen zaubern. Mein Veggie-Burger kann es mit jeder Frittenschmiede aufnehmen. (lacht) Mein damaliger Freund, mit dem ich inzwischen verheiratet bin und alle anderen Männer in meiner Familie waren begeistert von meinen Kreationen. Das war ein gutes Zeichen. So konnte ich sie davon überzeugen, dass es lecker und gleichzeitig noch gesund sein kann.“

 

Das Interview führte Claudia Hötzendorfer

 

*Bislang ist die DVD-Reihe Yoga Transformation mit Tara Stiles und Deepak Chopra nur in der englischen Version im Handel. Zu bestellen beispielsweise über www.amazon.com.

 

 

 

Buchtipps:

Tara Stiles

Dein Leben, dein Yoga (Knaur 2015)

Cover Wie Yoga heilt

Wie Yoga heilt (Mens Sana 2013)

Cover Yoga

Yoga – schlank, entspannt und sexy (Südwest 2015)

 

 

weitere Infos und Kontakt:

 

Strala Yoga New York

www.stralayoga.com

 

kostenlose Yoga-Videos mit Tara

https://www.youtube.com/user/TaraStilesYoga

 

weitere Infos zu ReLevel:
https://www.re-level.de

 

 

 

© Claudia Hötzendorfer 2015 – Silent Tongue Productions

 

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