Premiere: Begehbare Theaterproduktion in Düsseldorf

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„Großer Geist, bewahre mich davor über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Schuhen gegangen bin“, besagt eine alte indianische Weisheit. Denn nur, wer sich in einen anderen Menschen hineinversetzt, kann die Welt auch mit seinen Augen sehen.

In den Schuhen eines Flüchtlings werden wir hoffentlich nie gehen müssen. Doch einmal zu spüren, wie es sein kann, wenn man Heimat, Familie und Freunde verlassen muss, diese Möglichkeit bietet die begehbare Theaterproduktion „Dorthin wo Milch und Honig fließen“, die am 11. Juni in Düsseldorf Premiere hat.

Die künstlerischen Leiterinnen Charlott Dahmen und Karin Frommhagen haben das Projekt in Kooperation mit Engagement Global entwickelt und wollen mit der Produktion das aktuelle Thema Flucht ein Stück begreifbarer machen. Die Bühne dafür ist ein ganzer Stadtteil in Düsseldorf: Oberbilk, der zweitgrößte maghrebinisch geprägte Stadtteil Deutschlands.

Dort findet die Aufführung statt. Neben den professionellen Schauspielern, die in verschiedene Rollen schlüpfen und an verschiedenen Orten Teil der Geschichte werden, sind auch Menschen aus dem Stadtteil wichtige Protagonisten. Gleichzeitig spielen Orte des täglichen Lebens im Stadtteil eine wichtige Rolle – sei es eine Schneiderei, ein Hamam, eine Konditorei oder ein Boxstudio. So treffen Kunst und Realität zusammen und führen zu einer ganz persönlichen Auseinandersetzung mit einem aktuellen Thema. Die Hauptrolle spielen dabei stets die Flüchtlinge, die man zwar nicht sieht, aber deren authentische Geschichten erzählt werden.

Unterschiedliche Geschichten von unterschiedlichen Menschen, die aus Ländern wie Syrien, dem Irak und Somalia geflohen sind. Jeder Besucher der Inszenierung wird mit einem Audioguide im Ohr von einer Geschichte begleitet und durch Oberbilk geleitet. Doch es sind keine reinen Fluchtgeschichten, die Besucher zu hören bekommen. Vielmehr erzählen Rajana, Sami, Halima aus ihrem Leben – von ihren Wünschen, Hoffnungen, Sehnsüchten. Aber auch von Ängsten, Schicksalsschlägen und letztendlich von den Fluchtgründen und dem Ankommen in Deutschland.

Mit der Stimme direkt im Ohr können sich Besucher viel mittelbarer in die Lebensläufe hineindenken. Da die Audiogänge zeitlich gestaffelt beginnen, muss jeder den Weg, der am Hauptbahnhof beginnt und zu ganz unterschiedlichen Schauplätzen führt, alleine gehen. Erst am Ende der ca. zweistündigen Inszenierung treffen sich alle Theatergänger in einem typischen orientalischen Café, wo sie ihre Eindrücke und Erfahrungen austauschen können.

 

„Dorthin wo Milch und Honig fließen“ wird gefördert von Engagement Global in Kooperation mit dem Eine Welt Forum Düsseldorf, dem Eine Welt Netz NRW und EXILE.

 

Informationen unter:

http://www.engagement-global.de/theater

 

Premiere: 11. Juni 2015, 17.30 Uhr

Weitere Aufführungen: 12./17./24./25. Juni 2015, jeweils ab 17.30 Uhr, 13. Juni 2015, 12.00 Uhr

Startpunkt: Parkhaus Düsseldorf Hauptbahnhof-Ost, Oberstes Parkdeck / Eingang: Bertha-von-Suttner-Platz, Hinterausgang Hbf.

Spieldauer: ca. 120 Minuten / bei jeder Witterung / festes Schuhwerk empfohlen

Eintritt: 15,- Euro/ermäßigt 10,- Euro.

Der Eintritt geht als Spende an die Flüchtlingsinitiative STAY!

 

Tickets:

Düsseldorf Ticket: Tel. 02 11/2 37 00 12 37 oder online: http://www2.dticket.de

und in der Tourist-Information am Hauptbahnhof, Immermannstraße 65 b und in der Altstadt, Marktplatz 6

 

 

© Claudia Hötzendorfer 2015 – Silent Tongue Productions

 

Ein Kommentar

  1. Coole Lebensweisheit, die du da als indianisches Zitat bringst! Muss ich mir unbedingt merken!

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